Quaternio Verlag Luzern

Die hohe Kunst der Faksimilierung:
Sorgfalt Schritt für Schritt

Von der Aufnahme des Originals zum Druck

Am Anfang des komplexen Herstellungsprozesses steht die Aufnahme jeder Seite der Bilderhandschrift mit einer speziellen digitalen Kamera. Aus Gründen des Kulturgüterschutzes verbleibt die Handschrift dabei immer am Ort ihrer Aufbewahrung.

Die digital gewonnenen Bilddaten sind die Basis für die ersten Andrucke, die dann Seite für Seite mit der Originalhandschrift verglichen werden. Die sich daraus ergebenden Farbkorrekturen werden vor einem neuerlichen Andruck ausgeführt, der dann wiederum mit dem Original abgeglichen werden muss.

Die aufwendige Wiedergabe von Gold und Silber

Eine besondere Herausforderung stellt die getreue Wiedergabe all jener Partien in der Handschrift dar, die von der Aufnahme nicht korrekt erkannt werden. Es ist dies das Gold – als funkelndes Blatt- oder als matt schimmerndes Pinselgold – und das Silber in allen Oxidationsstufen. Diese metallischen Partien werden in der digitalen Aufnahme jeweils einem Teil des Farbspektrums zugeordnet: das Gold erscheint je nach Zustand schwarz, braun oder gelb, das Silber weiß bis grünlich oder schwarz. Die Aufgabe des Lithographen ist es, in mühevoller Arbeit am Computerbildschirm diese problematischen Stellen zu identifizieren, zu korrigieren und den originalen Metallcharakter herauszuarbeiten. Es ist dies ein immenser Aufwand, der viel Erfahrung mit mittelalterlichen Bilderhandschriften voraussetzt – ein Aufwand, der aber absolut notwendig ist, um die Handschrift absolut originalgetreu und in ihrem ganzen Reiz wiederzugeben.

Die Druckfreigabe – immer im Beisein des Handschriftenkurators

Das Imprimatur, die Druckfreigabe, wird stets im Beisein des Handschriftenkurators erteilt. Anschließend kann die Auflage in den Duck gehen, sorgfältig Bogen für Bogen. Das Endergebnis wird dann nochmals Seite für Seite mit dem Original verglichen, kleinste Abweichungen können noch korrigiert werden. Das säurefreie und alterungsbeständige Papier wird getreu den Rändern der Pergamentblätter des Originals beschnitten.

Faksimile-Buchbinderei ist Handbuchbinderei

Das Handwerk des Faksimile-Buchbinders hat sich seit dem Mittelalter in den wesentlichen Arbeitsgängen nicht allzu stark verändert. Die Druckbogen werden gefalzt, ineinandergesteckt und zu Lagen zusammengetragen – meistens zu Quaternionen, zu Viererlagen.

Lage für Lage wird auf Bänder oder auf echte Bünde an der Heftlade zum Buchblock geheftet und mit einem handumstochenen Kapitalband versehen, ehe im nächsten Schritt der Buchblock in die Einbanddecke eingehängt wird.

Mittelalterliche Bucheinbände bieten durch die Jahrhunderte eine große Palette verwendeter Materialien: Leder (mit Gold- und Blindprägung), Samt und Seide, Elfenbein, Edelmetall, mit und ohne Schließen und Zierbeschläge – eine Herausforderung für den Buchbinder. Häufig zieht der Quaternio Verlag Luzern noch andere Spezialisten wie Goldschmiede, Textilfachleute und Restauratoren hinzu, um originalgetreue Einbandreplikate zu schaffen.

Ein Buch mit Sieben Siegeln?
Der begleitende Kommentar führt in alle Geheimnisse ein

Damit die Faksimile-Edition der Handschrift ihre Geheimnisse entlockt, erscheint zu jedem Faksimileband ein begleitender Kommentarband, der in die Epoche der Entstehung der Handschrift einführt, alle Miniaturen ausführlich beschreibt und Auftraggeber und Künstler vorstellt.

Großen Wert legt der Verlag dabei auf die gute Lesbarkeit und Klarheit bei gleichzeitiger wissenschaftlicher Seriosität der von Fachleuten verfassten Texte. Eine sorgfältige Ausstattung der Kommentarbände ist selbstverständlich.

Bogen für Bogen gedruckt. Das Endergebnis wird dann nochmals Seite für Seite mit dem Original verglichen, kleinste Abweichungen können noch korrigiert werden.

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